Tipp des Monats

08/01/2012 | Fahrtaufwendungen zählen zu den Kinderbetreuungskosten

Auch die Fahrtkosten bei der Kinderbetreuung können wie andere Betreuungskosten zu zwei Drittel als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Dies entschieden die Richter vom Finanzgericht Baden-Württemberg. Die Richter stellten klar, dass es für diese Entscheidung unerheblich ist, ob die Betreuung der Kinder entgeltlich oder unentgeltlich erfolgt. Denn auch unentgeltliche Betreuungsleistungen sind Dienstleistungen im Sinne des Einkommensteuergesetzes.

In dem vor dem Finanzgericht verhandelten Fall, klagten die Eltern eines Kindes, das von beiden Großmüttern an einzelnen Tagen in der Woche unentgeltlich im elterlichen Zuhause betreut wurde, damit die Eltern arbeiten konnten. Die beiden Großmütter erhielten im Gegenzug nur die Fahrtkosten erstattet und vereinbarten dies auch schriftlich. Die Eltern des Kindes setzten die Fahrtkosten zu je zwei Drittel in Höhe von 1.886 Euro und 727 Euro als Kinderbetreuungskosten an. Doch das Finanzamt akzeptierte nur die Kosten für den Kindergarten in Höhe von 342 Euro. Als Begründung für die Nichtanerkennung hieß es, es handele sich um familieninterne Gefälligkeiten, die damit außerhalb der Rechtssphäre lägen. Gegen diese Entscheidung klagten die Eltern und bekamen von den baden-württembergischen Finanzrichtern Recht.

Die Richter entschieden, dass auch unentgeltliche Betreuungsleistungen der Großmütter Dienstleistungen im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind und damit absetzbar. Die Eltern können diese Kosten damit zu zwei Dritteln als Kinderbetreuungskosten von ihrem steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Die Finanzrichter gaben in dem Urteil auch an, dass die Eltern und die Großmütter den Fahrtkostenersatz so vereinbaren müssten, wie dies auch zwischen fremden Dritten üblich wäre. Im Streitfall war dies geschehen.

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Ralf van gen Hassend
Steuerberater
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