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09/15/2014 | Die Altersversorgung von Unternehmern und Geschäftsführern

Die gesetzliche Rentenversicherung (gRV) wird in Zukunft nur noch eine Basisversorgung sicherstellen können, so dass der privaten und betrieblichen Versorgung oder vergleichbarer Systeme eine erheblich steigende Bedeutung zukommt. Darüber hinaus haben viele Unternehmer selbst nur wenige Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und zahlen jetzt nur noch Mindestbeiträge. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Altersrenten aus der gRV bei GmbH Gesellschafter Geschäftsführern meist unter 800 EUR monatlich, viele auch unter 500 EUR liegen. Viele unserer Mandanten fragen uns, wie eine Sicherung des Lebensstandards im Alter erreicht werden kann.

Wussten Sie, dass es in Deutschland über 93 Mio. Lebensversicherungsverträge gibt? Jeder Bundesbürger (vom Neugeborenen bis zum Greis) verfügt also im Durchschnitt über mehr als 1 (einen) Lebensversicherungsvertrag. Die Kapitalanlagen haben ein Volumen von über 830 Mrd. EUR erreicht (Stand 2012), dies entspricht der Wirtschaftsleistung von Südkorea. Doch zwischenzeitlich ist um der deutschen Lieblingsaltersversorgung eine heftige Diskussion entbrannt: sind die Verträge noch sicher, wie wird sich die Überschussbeteiligung entwickeln, was macht die Versicherungsgesellschaft mit meinen Beiträgen, was sind eigentlich Bewertungsreserven, was passiert mit meinem alten Vertrag, soll ich den „Alten“ jetzt kündigen und doch lieber einen „Neuen“ abschließen, welche Alternativen habe ich denn?

Alles Fragen, die viele unserer Mandanten bewegen. Und schlussendlich geht es in manchen Fällen sogar um hohe sechsstellige Beträge. Lassen Sie uns dies der Reihe nach beleuchten und einen Fahrplan mit möglichen Entscheidungsschritten entwerfen.

Versicherungsgesellschaften mit Sitz in Deutschland unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Ba-Fin) und sind in einigen Segmenten stark reglementiert. Hierzu gehören insbesondere die Genehmigung der Geschäftspläne, die Rechnungslegung, der Höchstrechnungszins, die Eigenmittelausstattung, risikogerechte Kapitalanlage, um nur die Wichtigsten zu nennen.

Auf Initiative der Lebensversicherungsunternehmen hat die Bundesregierung eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die bestimmt, dass zukünftig bei der Kündigung von Lebensversicherungsverträgen der Versicherungsnehmer nicht mehr an den Bewertungsreserven beteiligt wird. Bewertungsreserven ergeben sich immer dann, wenn die Kurse von Anleihen (z.B. Rentenpapiere) auf Grund sinkender Marktzinsen steigen. Steigen die Marktzinsen wieder, sinken die Anleihekurse und die Bewertungsreserven werden kleiner. Also Bewertungsreserven sind Buchgewinne, die sich zum Ende der Laufzeit eines Wertpapiers immer auflösen.

Die zukünftige Entwicklung der Überschussbeteiligung bei Lebensversicherungsverträgen wird sich immer stärker den Marktgegebenheiten anpassen. Die klassische Kapital- und Rentenversicherung wird nach Meinung des Verfassers in einigen Jahren ganz   verschwunden sein. Bereits heute haben Versicherer Schwierigkeiten ihre Garantieversprechen zu erfüllen. Ganz große Versicherer haben bereits Tarife auf den Markt gebracht, bei denen es zwar eine Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit gibt, aber die Verzinsung wird jährlich nach Marktlage angepasst und neu festgelegt.

Renditen von 5% oder mehr sind derzeit kaum vorstellbar, selbst 4% auf den Beitrag nach Kosten sind kaum realistisch.

Sind Lebensversicherer sicher?
Die Frage ist schwer zu beantworten. Denn das Auffangsystem Protektor (auf diese sollen bei Insolvenz eines Lebensversicherers alle Verträge übertragen werden) funktioniert nur, wenn alle übrigen Versicherer solidarisch die Finanzierung sichern. Bei der Insolvenz eines großen Lebensversicherers dürfte dies kaum gelingen respektive finanzierbar sein (so wurde die Allianz Versicherung als systemrelevant eingestuft). Einmal angenommen Sie besitzen eine oder mehrere Lebensversicherungsverträge und fragen sich, wie Sie mit den bestehenden Verträgen umgehen sollen. Eine allgemeingültige Antwort hierauf gibt es nicht. Jeder Einzelfall sollte objektiv individuell analysiert und geprüft werden. Diese Fragen müssen Sie sich beantworten:

Besteht der Vertrag bereits seit 2004 oder früher?
Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden genießen noch das Privileg der Steuerfreiheit (Kapitalzahlung), wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre bestanden hat. Bei allen ab 2005 geschlossenen Verträgen sind die Gewinne steuerpflichtig (wenn der Vertrag mind. 12 Jahre bestanden hat und die Leistung nicht vor dem 60. (neu 62.) Lebensjahr ausgezahlt wird, werden die Erträge nur zu 50% versteuert). Daraus folgt: Verträge mit Steuerprivileg sollten, wenn überhaupt, nicht vor Ablauf von 12 Jahren gekündigt werden.

Hat der Vertrag biometrische Risiken (Berufsunfähigkeit, Todesfall) abgesichert?
Hier müssen die Fragen beantwortet werden: 1. Brauche ich den Versicherungsschutz noch und 2. bekomme ich einen solchen zu gleichen oder besseren Konditionen und ohne Risikoausschlüsse?

Wie hoch ist die zukünftige Rendite meines Vertrages wenn ich diesen beitragspflichtig oder beitragsfrei weiterführe?
Bisherige Überprüfungsergebnisse ergaben, dass hinsichtlich der zukünftigen Renditen eine enorme Schwankungsbreite besteht. So wurde für einen Vertrag bei Beitragsfreistellung eine Rendite für die Restlaufzeit von über 5% ermittelt, bei einem anderen Vertrag bei beitragspflichtiger Weiterführung eine Rendite von 0,9%. In die Beurteilung sollte auch einbezogen werden bei welcher Versicherungsgesellschaft der Vertrag besteht. Also eine Entscheidung nur nach genauer Prüfung und Analyse der Zahlenwerte.

Wie risikobereit bin ich?
Alternativen zur Lebensversicherung bestehen bei einer Anlage in Sachwerten (Aktien, Beteiligungen, Infrastrukturfonds, Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilien etc.). Natürlich sind hier die Risiken anders zu beurteilen. Diversifikation der Anlagen und gemanagte Portfolios können Risiken erheblich reduzieren.

Wie schätze ich die künftige Lage der Kapitalmärkte ein?
Die aktuelle Lage zeigt derzeit Höchststände an den Aktienmärkten. Anders die Situation bei den Anleihen, die Tiefstzinsen haben. Zieht die Inflation an und steigen die Zinsen, kommt es zu ganz erheblichen Verlusten bei den Anleihekursen. Darüber hinaus wird Kapital vernichtet, da die Inflation dann die Kaufkraft des Vermögens aufzehrt.

Was wird aus dem Euro?
Auch die Beantwortung dieser Frage hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entscheidungen bei der Steuerung der Kapitalanlagen. Soll ich meinen Vertrag jetzt kündigen oder nicht? Diese Frage kann an dieser Stelle weder mit „ja“ noch mit „nein“ beantwortet werden. Eine endgültige Entscheidung können nur Sie selbst treffen. Wir raten, dies erst nach einer ausführlichen Analyse zu machen.

Wir können Ihnen nur eines anbieten: Nutzen Sie die Kompetenz des GHP Netzwerkes. Wir bieten die Möglichkeit eine persönliche Berechnung durchzuführen, zu überschaubaren Kosten. Fordern Sie bei uns auch ein Musteranschreiben für die Abfrage von Daten bei Ihrem Lebensversicherungsunternehmen an.

 

KONTAKT

Albert A. Gellrich
Rentenberater betrAV
gerichtlich zugelassen beim OLG Düsseldorf

Telefon 02065-960740
E-Mail albert.gellrich@ rentenberater-bav.de
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Ralf van gen Hassend
Steuerberater & Partner
Grüter Hamich & Partner Steuerberater Duisburg mbB

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