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04.05.2018 | Kein negativer geldwerter Vorteil durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers

Zuzahlungen des Arbeitnehmers mindern den geldwerten Vorteil aus der Pkw-Überlassung. Übersteigt das vom Arbeitnehmer gezahlte Nutzungsentgelt jedoch den geldwerten Vorteil, führt der übersteigende Betrag weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten in der Steuererklärung.  

Das geht aus einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt hervor. Bestätigt wird das Urteil im neuen Anwendungserlass der Finanzverwaltung zur „Lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer“.  

Ein leitender Angestellter zahlte für die außerdienstliche Nutzung seines Firmenwagens ein Nutzungsentgelt an seinen Arbeitgeber. Dieses Entgelt für die Nutzung des Firmenwagens zu privaten Fahrten und zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mindert den geldwerten Vorteil aus der Nutzungsüberlassung. Das Gleiche gilt, wenn im Rahmen der Privatnutzung einzelne (individuelle) Kosten des betrieblichen Firmenwagens vom Arbeitnehmer getragen werden, z. B. Benzinkosten. Vergleiche hierzu das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 30. November 2016, Aktenzeichen VI R 2/15, zur steuerlichen Berücksichtigung selbst getragener Benzinkosten.  

Kein negativer geldwerter Vorteil durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers

Übersteigen die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den privaten Nutzungsvorteil, bleibt der übersteigende Betrag jedoch ohne steuerliche Auswirkung.  Dies gilt sowohl bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode als auch bei der 1 %-Regelung. Dies hatte der Bundesfinanzhof schon mit Urteil vom 30. November 2016, Aktenzeichen VI R 49/14 entschieden. Die Nichtzulassungsbeschwerde wurde deshalb vom Bundesfinanzhof mit Beschluss vom 15. Januar 2018 als unbegründet zurückgewiesen (Aktenzeichen VI B 77/17).

Zur Anwendung der vorstehenden Urteile sowie zu weiteren Zweifelsfragen und Einzelheiten zur „Lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer“ hat die Finanzverwaltung einen umfangreichen Erlass veröffentlicht. Dieser neue Erlass fasst zahlreiche alte BMF-Schreiben zu dieser Thematik zusammen und aktualisiert noch zu berücksichtigende Regelungen entsprechend der geltenden Rechtslage. 

Das neue Schreiben enthält Regelungen zur Anwendung der pauschalen Ein-Prozent-Regelung und der Fahrtenbuchmethode. Es enthält allgemeine Hinweise und greift unter anderem folgende Themen auf: 

  • Pauschale und individuelle Nutzungswertmethode
  • Wechsel der Bewertungsmethode 
  • Fahrergestellung 
  • Familienheimfahrten 
  • Leasing 
  • Nutzungsentgelt 
  • Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den Anschaffungskosten
  • Elektromobilität

Quelle: Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 4. April 2018, Aktenzeichen IV C 5 - S 2334/18/10001.

Ansprechpartner

Ralf van gen Hassend
Steuerberater
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