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12.12.2017 | Die Reform der betrieblichen Altersvorsorge zum 01. Januar 2018

Zum 1. Januar 2018 wird es eine Reform der betrieblichen Altersversorgung (bAV) geben. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen werden stärkere Anreize geschaffen, die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter zu fördern. Einige Änderungen betreffen alle Arbeitgeber, die bereits eine bAV anbieten.

Was ändert sich?

Die Lebenserwartung und der Altersvorsorgebedarf in Deutschland steigen. Themen wie steigende Altersarmut, sinkende gesetzliche Rentenleistungen, unzureichende Altersvorsorge sowie das langanhaltende Niedrigzinsumfeld bewegen Politik und Bürger. Darauf reagiert die Politik und stärkt die Altersvorsoge in Deutschland mit einer Reform der betrieblichen Altersversorgung (bAV-Reform). Das sogenannte Betriebsrenten­stärkungsgesetz (BRSG) wurde am 7. Juli 2017 verabschiedet und tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.

Welche Chancen bietet die bAV-Reform Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Aktuell haben circa 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland eine betriebliche Altersvorsorge. Mit der Reform der Betriebsrente zum 1. Januar 2018 soll diese für Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch attraktiver werden.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wesentlichen Änderungen der bAV zum 1. Januar 2018.

Erhöhung des steuer­rechtlichen Förderrahmens

Ab dem 1. Januar 2018 erhöht sich die steuerliche Förderung von 4 Prozent (bisher 3.048€ plus 1.800€ im Jahr) auf 8 Prozent (6.240€ im Jahr) der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Der bisherige Erhöhungsbetrag von 1.800 Euro entfällt.

Diese Regelung gilt sowohl für neue als auch für bestehende Verträge der Direktversicherung, der Pensionskasse und des Pensionsfonds.  

Wichtig: Der sozialversicherungsfreie Höchstbetrag bleibt bei der Höhe von 4% der RV-Beitragsbemessungsgrenze (3.120€ im Jahr).  

Mitarbeiterbindung staatlich unterstützt: Neuer bAV-Förder­betrag

Ab dem 1. Januar 2018 können Sie Ihre Mitarbeiter mit einem Monatseinkommen bis 2.200 Euro gezielt fördern und so mit staatlicher Unterstützung an sich binden. Zahlen Sie einen Arbeitgeberzuschuss von 240 bis 480 Euro im Jahr in die betriebliche Altersvorsorge Ihrer Mitarbeiter ein. 30 Prozent des Beitrags können Sie über die Lohnsteuerverrechnung direkt einbehalten bzw. werden Ihnen vom Finanzamt zurückerstattet. Dies gilt für neu gezahlte Arbeitgeberbeiträge ab 2018 und zusätzlich zu den aktuellen Förderungen.  

Gesetzgeber gibt Tarif­parteien mehr Gestaltungs­spielraum bei der bAV

Ab dem 1. Januar 2018 können Tarifvertragsparteien eine neue Art der Zusage in der bAV vereinbaren: die Beitragszusage. Hier garantieren Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ausschließlich die Zahlung der Beiträge in eine betriebliche Altersversorge und nicht wie bisher eine Betriebsrente bzw. Versorgungsleistung. Auch nicht tarifgebundene Arbeitgeber können die Anwendung der tarifvertraglichen Regelungen vereinbaren. Allerdings muss die jeweilige Versorgungseinrichtung zustimmen.

Pflicht-Arbeitgeberzuschuss: Weitergabe der Sozialversicherungs-Ersparnis bei Entgeltumwandlung ab 2019

Der Arbeitgeber zahlt ab 2019 immer 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss auf den Beitrag zur Entgeltumwandlung, sofern er Sozialversicherungsbeiträge spart. Dies gilt für neue Entgeltumwandlungsvereinbarungen der Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds ab dem 1. Januar 2019 sowie für bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarungen ab dem 1. Januar 2022.

Ansprechpartner

Ralf van gen Hassend
Steuerberater
Partner in Duisburg

Tel.: +49 (0) 2065/ 9088-0
Fax: +49 (0) 2065/ 9088-50
Email: ralf.vangenhassend(at)g-h-p.de