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07.03.2018 | NRZ Wirtschaft & Verbraucher: Ein Plädoyer für den eigenen Weg, Moerser Wirtschaftsforum zum Thema "Sprengstoff Digitalisierung"

Moers.   Die Digitalisierung des Mittelstandes ist derzeit eines der beherrschenden Wirtschaftsthemen. Das 9. Moerser Wirtschaftsforum, initiiert von Autohändler Dr. Hans Nühlen und der Duisburger Steuerberatungsgesellschaft Grüter · Hamich & Partner, beleuchtete das Thema am Montag von der philosophischen Seite. „Sprengstoff Digitalisierung“ lautete der Titel des Abends, an dem der norwegische Wirtschaftsphilosoph Anders Indset den gut 400 Gästen eine packende Show sowie Denkanstöße zur Bewältigung der kommenden Revolution lieferte; Moderator Ralf Kubbernuß, stellv. NRZ-Chefredakteur, holte anschließend die Zuhörer in die Welt von heute zurück. 

„Wir stehen vor einer Intelligenzexplosion“

Sollte es das Ziel des Wirtschaftsphilosophen Indset gewesen sein, mit der Rasanz seines Vortrages auf die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung vorzubereiten, so hatte er es sicher erreicht. Seine Beschreibung der gar nicht mehr weit entfernten Zukunft und einer Revolution des Bewusstseins und der Emotionen dürfte den einen oder anderen erschreckt haben – Roboter, in ihrer Erscheinung einem Menschen bereits sehr ähnlich, sollen in drei bis fünf Jahren auch über dessen Intelligenzquotienten verfügen. „Wir stehen vor einer Intelligenzexplosion“, prophezeite Anders Indset. Die Veränderungen der letzten 30 Jahre seien nichts gegen die der nächsten zehn, weshalb seine Schlussfolgerung lautet: „Wir müssen eine Weltanschauung entwickeln.“

Die Antwort des Philosophen auf die Frage, wie Firmenchefs und Wirtschaftsführer auf die Digitalisierung reagieren sollten, lautet: „Innovation ist nur ein Teil des Wandels, die Änderung der Sichtweise ist der andere Teil.“ Zwecks Erreichung dieses Zieles rät er zu „Training für die Rübe“, zu „Denkstunden“. Die deutsche Wirtschaft müsse bei der Digitalisierung nicht aufholen, sondern überspringen. Und: Ideen reichten nicht aus, man müsse sie auch umsetzen.

Nach Ende der Show holte Ralf Kubbernuß die Zuhörer in die reale digitale Welt zurück, indem er Dr. Hans Nühlen zur kommenden Digitalisierung der Marke Mercedes befragte. Das Fahrzeug des Kunden werde mit der Werkstatt und dem Stammwerk vernetzt, erklärte Nühlen – ohne die Verknüpfung lasse sich das Auto zukünftig nicht mehr starten. Höhere Motorleistung gefällig? Die lasse sich künftig via App einfach dazu buchen. „Das Auto fährt mich und nicht ich das Auto“, fasste es Ralf Kubbernuß zusammen. „Da wird einem fast bange“, antwortete Hans Nühlen.

Quelle: NRZ, 07.03.2018, Autor: Harry Seelhoff, Foto: Ulla Michels

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